Tagebuch

Konstituierende Landtagssitzung

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Die letzten beiden meiner elf Mandatslosen Stunden verbringe ich heute Morgen im ökumenischen Gottesdienst. Dort sitze ich gemeinsam mit Kollegen von der CDU wie Mike Mohring und Christine Lieberknecht aber auch unsere Fraktion ist mit mehreren Abgeordneten gut vertreten. Der Gottesdienst vor der ersten Sitzung des neu gewählten Landtages ist nicht nur eine schöne Tradition, sondern auch eine gute Einstimmung auf die kommende Zeit. Bischof Wanke spricht in seiner Predigt über den Einsatz von Christen in der Demokratie und ich denke er hat Recht, dem gesellschaftlichen Engagement von Kirchenmitgliedern einen hohen Stellenwert beizumessen.

Dann geht es zur konstituierenden Sitzung des Landtages, wo ich eine wahre Sternstunde des Parlamentarismus in Thüringen erlebe. Endlich ist möglich, wofür wir so lange gekämpft haben: Alle Fraktionen des Landtags verabschieden gemeinsam eine Erklärung für Toleranz und gegen Extremismus. Damit setzen wir ein eindeutiges Zeichen gegen rassistisches Gedankengut und schaffen die Voraussetzungen für das weitere konsequente Vorgehen gegen das Treiben der Nazis. Schade ist nur, dass es fünf Abgeordnete der CDU nicht schaffen über ihren Schatten zu springen. Sie ziehen es vor, sich der Stimme zu enthalten.

Wiederum eine positive Überraschung ist die gute und kluge Rede der neu gewählten Parlamentspräsidentin Birgit Diezel. Sie sagt, dass das Parlament nicht dazu da ist, die Pläne der Regierung nur abzunicken, sondern das Plenum muss die Regierung kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Ich freue mich über dieses weitsichtige Politikverständnis, das noch von einigen Monaten scheinbar keine Stimme in der Thüringer CDU hatte.

Kurz bevor wir am Abend unsere Landesvorstandssitzung haben, erreicht mich die Meldung, dass Christoph Matschie nun auch erklärt hat, dass an seiner Person die Bildung einer rot-rot-grünen Landesregierung nicht scheitern soll. Das ist ein gutes Signal in Richtung einer reformorientierten Landesregierung. Für uns gilt auch für die letzte Sondierungsrunde, dass wir ohne Vorbedingungen verhandeln. 

Dienstag 29 Sep 2009
2 Kommentare - 0 Trackbacks
Redaktion
Schlüsselwörter: Politisches
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Kommentare

Jan-St. Strutz schrieb am 30.09.2009 um 14:16 Uhr: # 1

Lieber Herr Ramelow,

seit einigen Tagen beschäftigt mich Ihr sympathischer Wunsch, eine starke Frau möge Ministerpräsidentin des Freistaats Thüringen werden. Und nun das: Heute Morgen musste ich mit einigem Befremden in der Zeitung lesen, dass Herr Thierse und Herr Tiefensee im Gespräch sind für das Amt der Ministerpräsidentin. Die beiden mögen zwar stark sein, aber Frauen, nein, Frauen sind sie nicht.

Darf ich Sie fragen, was Frau Ypsilanti zur Zeit macht?

Beste Grüße aus Weimar,
Jan-St. Strutz

rombom schrieb am 1.10.2009 um 0:56 Uhr: # 2

Matschie hat sich - wie bei im von Anfang an erkennbar - mit seiner Option für das scheinbar einfachere Schwarz-Rot entschieden. Jetzt bitte nicht zetern, Herr Ramelow. Noch ist nicht aller Tage Abend. Denn ob das die Thüringer SPD-Basis hinnehmen wird, ist nicht gesagt. Und das Herr Matschie die Kernziele der SPD mit der CDU durchkriegt, würde an Wunderheilung grenzen. Und an den politischen Fähigkeiten Matschies, der ja nur über begrenzte Kreativität verfügt, können Sie auch nichts ändern. Aber wer wie Herr Matschie die Probleme nicht löst, sondern sich an sie anschmiegt, kann auch politisch langfristig nicht erfolgreich sein. In dem Sinne: An Ihnen lag es nicht.

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