Medien
Aus dem Pressearchiv
August 2009
Von Ingo Arend, Der Freitag
Autosuggestion: Die SPD leidet an der Einbildung, ihr stünde aus Gründen der historischen Bedeutung die Anführerschaft im linken Lager zu.
In der Gothaer Cosmarstrasse 10 ging es Ende Mai 1875 hoch her. 127 deutsche Sozialisten versammelten sich fünf Tage lang in der Gaststätte von Ottilie Kaltwasser, die den idyllischen Namen Tivoli trug. Ein Teil der Tagenden gehörte zu August Bebels Sozialdemokratischer Arbeiterpartei. Ein Teil von ihnen zu Ferdinand Lassalles Allgemeinem Deutschen Arbeiterverein. Zusammen hoben sie nach heftigen Debatten die „Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands“ aus der Taufe.
Das Programm, das die neue Partei sich auf dem Gothaer Parteitag gab, war niemand Geringerem als Karl Marx eine gründliche Lektüre wert. Seine „Randglossen zum Programm einer Arbeiterpartei“ gehören nach dem Kommunistischen Manifest und dem Kapital zu den bedeutendsten Dokumenten des Marxismus.
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n-tv.de
Der Thüringer Linken-Spitzenkandidat Ramelow beharrt darauf, Ministerpräsident einer Rot-Roten Koalition zu werden. Eine mögliche Große Koalition verurteilte er: Die SPD müsse sich entscheiden, ob sie gestalten oder als “Wahlhilfeverein” der CDU degradiert werden wolle.
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Thüringische Landeszeitung
Schulterschluss der Spitzenkandidaten: Dieter Althaus (CDU), Bodo Ramelow (Linkspartei), Christoph Matschie (SPD), Uwe Barth (FDP) und Astrid Rothe-Beinlich (Grüne) fordern die Thüringer dazu auf, am Sonntag von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen, demokratische Parteien zu wählen und damit auch ein klares Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen. Die fünf Spitzenkandidaten äußern sich im Rahmen der gemeinsamen Aktion von TLZ, EJBW Weimar und Mobit “2009 - Sie haben die Wahl”.
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MDR Info
Die Linke hat ihren Anspruch auf das Amt des Thüringer Ministerpräsidenten bekräftigt. Voraussetzung sei natürlich, dass sie bei der Wahl am Sonntag vor der SPD liege, betonte Parteichef Lothar Bisky.
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Kommentar von Wolfgang Hübner, Neues Deutschland
Die Thüringer NPD wird sich gefreut haben, als vor einigen Wochen die Junge Union mit Plakaten gegen Bodo Ramelow Front machte. Darauf waren eine Bratwurst ("Echte Thüringer") sowie der Spitzenkandidat der Linkspartei zur Landtagswahl ("Falscher Thüringer") abgebildet. Daran knüpft die Nazipartei nun mit Plakaten an, auf denen der aus Angola stammende CDU-Politiker Zeca Schall als “Falscher Thüringer” herhalten muss. Das ist eine neue Eskalationsstufe des rassistischen NPD-Wahlkampfes; zuvor hatten Neonazis u.a. auf einer Kundgebung verlangt, dass Schall sich auf “Heimreise” begibt.
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Mittwoch, 26. August 2009
Von Jensen Zlotowicz, TLZ
Die Konzernzentralen meist zu weit weg, die Eigenkapitalrate gering und die Wertschöpfung wie im Fall von Opel Eisenach niedrig. Firmen in Westthüringen tragen in der Wirtschaftskrise ein höheres Risiko, eingedampft oder geschlossen zu werden, sagt Armin Schild, Bezirksvorsitzender der IG Metall.
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Mittwoch, 26. August 2009
Leipziger Volkszeitung
Thüringens Spitzenkandidat Bodo Ramelow von der Linkspartei hat an SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier appelliert, seinen Worten über Rückenwind für den Bundestagswahlkampf durch rot-rote oder rot-rot-grüne Machtoptionen in den Bundesländern nun auch Taten folgen zu lassen. Gegenüber der “Leipziger Volkszeitung” (Dienstag-Ausgabe) sagte Ramelow: “Ich begrüße die neue Realitätsnähe von Herrn Steinmeier. Es muss alles getan werden, um die schwarz-gelbe Front im Bundesrat zu knacken. Deshalb gehe ich davon aus, dass Herr Steinmeier jetzt auch direkten Einfluss auf seinen Parteifreund Christoph Matschie in Thüringen nehmen wird.” Auch dieser müsse begreifen, dass man als Wahlkämpfer der Wirklichkeit Rechnung zu tragen habe, meinte Ramelow mit Blick auf denkbare zukünftige Mehrheitsverhältnisse nach der Landtagswahl vom Sonntag: “Der stärkere Partner lädt zu Koalitionsverhandlungen ein und der stärke Partner schlägt auch den Ministerpräsidenten-Kandidaten vor.”
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Von Daniel Delhaes, Handelsblatt
Im Schlussspurt zur Landtagswahl braust Bodo Ramelow dieser Tage im roten Opel durch Thüringen. Opel produziert in Eisenach, und die Linkspartei und sein Spitzenkandidat wollen Solidarität zeigen. Das sollen die fast zwei Million Wahlberechtigten ruhig sehen. Wie der intelligente Stratege als erster Linker in die Staatskanzlei einziehen will.
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Von Dirk Hautkapp, OTZ
Am Morgen, als Bodo Ramelow seinen vorletzten Wahlkampfsamstag beginnt, spielt sich in Erfurt eine kleine Szene ab, die wie bestellt wirkt, es aber nicht ist. Ein Fahrradkurier bremst, als er den Spitzenkandidaten der Linkspartei aus dem Haus kommen sieht, der gerade in seinen roten Wahlkampf-Opel steigen will, und ruft ihm zu: “Hab” Sie schon per Brief gewählt, alles Gute! Für den 53-Jährigen kein Einzelfall. Mit Umfragewerten um die 24 Prozent im Rücken sieht Ramelow dem Urnengang am 30. August alles andere als unfroh entgegen.
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Von Christiane Kohl, Süddeutsche Zeitung
Keiner im Thüringer Wahlkampf bemüht sich so, Politik lustvoll und angriffsgewandt zu verkaufen wie Linken-Spitzenmann Bo do Ramelow. Er versteht sich als der wahre Herausforderer von Ministerpräsident Althaus. Und bei einem Koalitionspoker will er gern der Spielmacher sein.
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Von Ulrike Greim, Deutschlandradio Kultur
Den Beitrag als Audio-Datei auf Deutschlandradio Kultur hören.
Alle Thüringer Parteien rufen die Wählerinnen und Wähler auf, am 30. August von ihrem demokratischen Recht Gebrauch zu machen, die neue Zusammensetzung des Thüringer Landtages und die Farbe der Regierung zu bestimmen. Doch wie halten es die Parteien selbst mit der Demokratie?
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Von Oliver Hollenstein, dpa
«Sie haben die Wahl!», ruft der quirlige Mann im graubraunen Anzug mit roter Krawatte am Ende seiner Rede. Ein kurzes Grinsen für die Kameras, eine Umarmung für die Landtagskandidatin von Ilmenau, dann sprintet Bodo Ramelow zum Auto. Der Motor läuft schon. Ramelow hat viel vor und wenig Zeit: Bei der Landtagswahl am 30. August in Thüringen will er der erste linke Ministerpräsident in Deutschland werden. Nach Umfragen liegt das linke Lager inklusive SPD und Grünen deutlich vor CDU und FDP.
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Donnerstag, 20. August 2009
Interview von Jörg Schindler, Frankfurter Rundschau
Frankfurter Rundschau: Herr Ramelow, drücken Sie der Thüringer SPD schon eifrig die Daumen?
Bodo Ramelow: Ich wüsste nicht, wieso?
SPD-Chef Christoph Matschie sagt seit Monaten mantrahaft, wenn die Linke stärker wird als wir, wählen wir Ramelow nicht.
Ja, das heißt, dass er dann die Steigbügel von Herrn Althaus halten will. Wenn er das will, dann muss er es tun.
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Dienstag, 18. August 2009
Von Cordula Eubel, Tagesspiegel
Bodo Ramelow nimmt es mit Ironie: „Niemand hat die Absicht, seinen Verzicht zu erklären“, sagt der Thüringer Spitzenkandidat der Linken, der bei den Landtagswahlen am 30. August antritt, um den amtierenden Ministerpräsidenten Dieter Althaus (CDU) abzulösen. Wenn es am Wahlabend keine Mehrheit für eine schwarz-gelbe Regierung in Erfurt gebe, dann gelte das Prinzip: „Der Stärkere lädt zu Gesprächen ein, der Stärkere schlägt vor“, sagte Ramelow dem Tagesspiegel.
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Von Mechthild Küpper, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Bodo Ramelow vermag das Ruder selbst großer Schiffe herumzureißen. Dieser Tage hat er es gezeigt, auf der Elbe. Als der ehrwürdige Schaufelraddampfer „Diesbar“ (Baujahr: 1884) hinter Pillnitz umdrehte und nach Dresden zurückkehrte, wurde der Spitzenkandidat der Linkspartei in Thüringen von Fernsehleuten gebeten, doch bitte mitzuspielen. Die Bilder sind sicher schöner geworden als das gestellte Foto der wahlkämpfenden Politiker vor dem roten Großplakat: „Den Osten sozial regieren. Mit einer starken Linken in Sachsen, Thüringen, Brandenburg“ stand drauf, davor zeigten Ramelow, André Hahn (Sachsen) und Kerstin Kaiser (Brandenburg) strahlende Mienen. An Bord der „Diesbar“ war die gesamte Gruppe und auch der Noch-Co-Parteivorsitzende Lothar Bisky, der nun Europaabgeordneter und Vorsitzender der Europäischen Linkspartei ist.
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