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Kommunen brauchen jetzt vernünftige politische Entscheidungen!

„Die akuten Probleme der Kommunen verlangen jetzt vernünftige politische Entscheidungen im Interesse der Gemeinden und Städte“, erklärt der Vorsitzende der Landtagsfraktion DIE LINKE, Bodo Ramelow, zur Finanznot der Thüringer Kommunen.

Wie aus einer Landtagsanfrage der LINKEN hervorgehe, seien bereits jetzt rund 200 Gemeinden nicht mehr in der Lage, einen ausgeglichenen Haushalt aufzustellen. Für das nächste Jahr werde prognostiziert, dass mindestens die Hälfte aller Kommunen keinen ausgeglichenen Haushalt vorlegen könnte. Eine wesentliche Ursache für die Krise der öffentlichen Haushalte sind insbesondere Steuerrechtsänderungen, wodurch den Thüringer Kommunen in den letzten 10 Jahren eine Milliarde Euro entzogen wurden. Aktuell werde im Bund auf Verlangen der FDP über die Abschaffung der Gewerbesteuer diskutiert. Gerade sie sei allerdings die wichtigste Steuerquelle der Gemeinden und Städte.

„Wer einerseits einen solchen herben finanzpolitischen Kahlschlag betreibt, kann sich andererseits nicht als Interessenvertreter der Kommunen aufspielen. Die FDP betreibt wohl auch mit der Klage gegen den kommunalen Finanzausgleich nichts anderes als zynische Symbolpolitik“, stellt Ramelow fest. Denn, wenn sich letztlich die Klientelisten à la Mövenpick durchsetzen, käme das Gegenteil von dem heraus, was man von einer solchen Klage erwarten würde.
Der Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion im Landtag befürchtet zudem, dass die Neo-Liberalen der kommunalen Ebene mit der Klage sogar einen Bärendienst erweisen wollten. „Im Kern hat sich die FDP nur für ihr eigenes Wohlstands-Klientel interessiert. Wie die Kommunen ihre Aufgaben des sozialen Ausgleichs realisieren können, hat die Mövenpick-Partei nie interessiert“, konstatiert Ramelow.

Dienstag, 13. Juli 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Gera ist bunt und nicht braun!

„Gera ist bunt und nicht braun – das haben mehr als 1000 Menschen mit friedlichen und phantasievollen Mitteln an diesem Samstag eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht“, sagt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, nach den zahlreichen Veranstaltungen und Kundgebungen gegen das Nazikonzert in der Ostthüringer Stadt.

Zugleich warnt Ramelow davor, sich auf den Erfolgen der Mobilisierung vieler Menschen zu Großveranstaltungen gegen die extreme Rechte auszuruhen. „Die Hoheit über die Köpfe vieler älterer und leider auch jüngerer Menschen muss jeden Tag neu errungen werden. Der Thüringen Monitor, so sehr ein leichter Rückgang rechtsextremer Einstellungen auch begrüßt werden kann, macht deutlich, dass rechtsextreme Ideologien immer noch eine erhebliche Zustimmung erfahren, verfestigt bei älteren Menschen und verbreitet vor allem im ländlichen Raum.“

Das seit vielen Jahren geforderte Landesprogramm gegen Rechtsextremismus müsse endlich einen Rahmen schaffen, eine demokratische Alltagskultur zu stärken. Dazu gehören auch die Aufklärung und Information über die Verbreitung des Rechtsextremismus in Thüringen. „Wenn der Verfassungsschutz von bislang sieben Rechtsrockkonzerten in Thüringen spricht, MOBIT mit Gera bereits 20 Konzert- und Musikveranstaltungen in diesem Jahr zählt, dann stimmt etwas nicht. Entweder ist das Landesamt nicht informiert oder in der eigenen Geheimniskrämerei gefangen. In jedem Fall ist es für die Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus aber untauglich“, sagt Ramelow und fordert, etablierte Projekte zur Auseinandersetzung mit dem Rechtsextremismus langfristig zu sichern.
Zudem erneuert Ramelow die Forderung nach Abzug der Spitzel aus der NPD als Voraussetzung für die Einleitung eines erfolgreichen NPD-Verbotsverfahrens.

Montag, 12. Juli 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Ramelows Immunität

http://lafontaines-linke.de/2010/07/ramelow-immunitaet-blockade-dresden-landtag-rechtsanwalt/

Die Staatsanwaltschaft in Dresden ermittelt immer noch gegen den Thüringer Linksfraktionschef: Bodo Ramelow hatte wie Tausende andere auch an der erfolgreichen Blockade gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar teilgenommen. „Sprengung einer Versammlung“ werfen ihm deshalb die Behörden vor – und haben inzwischen die Aufhebung der Immunität des Landtagsabgeordneten beantragt. Ramelow hatte es zuvor abgelehnt, das Verfahren gegen eine Geldbuße von 500 Euro einstellen zu lassen. Der Fall ist mehr ein Politikum als eine juristische Angelegenheit. Doch aus dem Streit um Ramelows Immunität lässt sich auch eine Menge über das Versammlungsrecht lernen. Der Anwalt des Linkspolitikers hat jetzt in einem beachtenswerten Brief an den Justizausschuss des Landtags in Erfurt „die beabsichtigte Strafverfolgung des Abgeordneten“ auseinandergenommen.

Die Blockade vom 13. Februar war nicht nur eine erfolgreiche Aktion, die bundesweit für Schlagzeilen sorgte. Das „Dresdner Konzept“ gilt in der linken Szene inzwischen auch als Vorbild. Umso wichtiger dürfte die Auseinandersetzung sein, in der am Beispiel von Bodo Ramelow und einigen anderen offenbar ein Exempel gegen eine bestimmte Protestform statuiert werden soll. In der Sachsen-Metropole ging es gegen Rechtsradikale. Die Verfahren gegen Blockierer bezeichnet Ramelow als „Ausdruck eines konservativen und obrigkeitsstaatlichen Herangehens“, die Linkspartei hatte mehrfach ein Ende der „Kriminalisierung der Anständigen“ gefordert. Eine Reihe von ähnlich gelagerten Verfahren – etwa gegen den SPD-Politiker Wolfgang Thierse wegen einer Anti-Nazi-Blockade in Berlin – wurden inzwischen eingestellt.

Anders im Fall Ramelow: Anfang Mai wandte sich die Staatsanwaltschaft an den Landtag, um die Immunität des Abgeordneten aufheben zu lassen. Darauf hat nun der Anwalt Ramelows reagiert und das Ansinnen deutlich zurückgewiesen: Die Teilnahme an der Sitzblockade sei weder versammlungsrechtlich zu beanstanden, noch habe sich der Linksfraktionschef in irgendeiner Weise strafbar gemacht. Vielmehr habe er sich „vorbildlich verhalten, jeder Andere hätte das Gleiche tun müssen“. Gegen das Argument der Staatsanwaltschaft, es könne hier die „Sprengung einer Versammlung“ vorliegen, wirft Ramelows Anwalt erhellende Blicke auf die Motive des Gesetzgebers, der in den fünfziger Jahren das Versammlungsgesetz schuf. Ziel sei es seinerzeit gewesen, Teilnehmer davon abzuhalten, sich in Demonstrationen zu mischen, „um sie von Innen zu sprengen“. Eine friedliche Blockade könne auch nicht als „grobe Störung“ im Sinne des Versammlungsgesetzes betrachtet werden. Und überhaupt: Das Verfahren gegen Ramelow trage „Züge der Willkür“, ziele „auf die Behinderung der politischen Arbeit des Abgeordneten“ und führe „zu einer Förderung der politischen Ziele der Rechtsradikalen“.

Der Fall Ramelow wird klarer, wenn man sich den speziellen Thüringer Hintergrund anschaut. In den vergangenen Monaten ist dort die Immunität von zwei Abgeordneten der Linkspartei aufgehoben worden, ein weiterer Antrag scheiterte. Immer ging es dabei um vermeintliche Vergehen der Politiker im Zusammenhang mit Polizeieinsätzen. Frank Kuschel wird vorgeworfen, Polizisten beim Einsatz in einem Wahlkreisbüro der Linken beleidigt zu haben. Ebenso seiner Fraktionskollegin Susanne Hennig, deren Immunität jedoch erhalten blieb. Der Fall ist hoch umstritten, nicht zuletzt, nachdem das Innenministerium in Erfurt auf die Anfrage eines CDU-Politikers mit einer auf Vorverurteilungen basierenden Antwort reagiert hatte. Ende 2009 hob das Parlament bereits die Immunität von Heidrun Sedlacik auf, nachdem der vorgeworfen worden war, bei einer NPD-Wahlkampfveranstaltung einen Polizisten attackiert zu haben. Ebenfalls Ende des vergangenen Jahres hatte CDU-Fraktionschef Mike Mohring eine Debatte über die generelle Abschaffung der Immunität angestoßen. Ein besonderer Schutz der Abgeordneten sei heute – 20 Jahre nach der Wende – nicht mehr notwendig. Der Vorstoß wurde damals selbst in den Reihen der CDU zurückhaltend betrachtet. Linken-Fraktionschef Ramelow hatte den Vorschlag als „groben Fehlgriff“ zurückgewiesen und erklärt, der „Schutz der Abgeordneten in ihrer politischen Arbeit ist Teil gelebter parlamentarischer Demokratie“.

Die Skepsis ist begründet – nicht nur wegen des Verfahrens nach der Dresdner Blockade. Obwohl Abgeordneter im Landtag und im Bundestag hat der Verfassungsschutz den 54-Jährigen beobachten lassen. Über die Aktivitäten der Schlapphüte führt der Politiker eine langwierige juristische Auseinandersetzung, in der vor dem Bundesverwaltungsgericht nicht nur über die „Akte Ramelow“ verhandelt wird. (tos)

Donnerstag, 08. Juli 2010
Schlüsselwörter: Presseartikel

DIE LINKE unterstützt Aufruf gegen Rechts: Neonazis und ihren Liedern keinen Raum geben!

Nachdem im letzten Jahr das bisher größte Nazi-Konzert Europas in Gera stattfand, mobilisieren Rechtsextreme in diesem Jahr bereits zum 8. Mal zum sogenannten „Rock für Deutschland“ in die Ostthüringer Stadt. DIE LINKE-Landtagsfraktion unterstützt den Aufruf des Aktionsbündnisses Gera gegen Rechts, sich dem Nazikonzert zu widersetzen und wird sich an Protesten mit friedlichen Mitteln beteiligen.

„Thüringen darf sich nicht weiter als Bühne für den Soundtrack einer menschenverachtenden Ideologie etablieren. Wenn die extreme Rechte aufmarschiert, darf es keine falsche Zurückhaltung geben. Wegschauen und Ignorieren eröffnet Neonazis nur immer größere Räume. DIE LINKE wird gemeinsam mit vielen anderen Menschen am kommenden Samstag versuchen, den Neonazis und ihren Liedern den öffentlichen Raum zu nehmen“, so Bodo Ramelow, Vorsitzender der größten Oppositionsfraktion im Landtag.
Drei bereits ritualisierte Konzertgroßveranstaltungen mit bis zu mehreren tausend Teilnehmern und in diesem Jahr bereits 19 rechtsextreme Konzerte in Thüringen offenbarten die Gefährlichkeit rechtsextremer Jugendarbeit im scheinbar vorpolitischen Raum. Thüringen habe sich in den letzten Jahren zu einer Schwerpunktregion für Nazikonzerte entwickelt.
„Das für den Herbst angekündigte Landesprogramm muss auch eine Antwort darauf finden, welches Gegenangebot zur rechtsextremen Erlebniswelt, insbesondere im ländlichen Raum, besonders auch Jugendlichen unterbreitet wird. Bildungs- und Aufklärungsveranstaltungen haben nur dann eine nachhaltige Wirkung, wenn sie auf eine demokratische und anti-rechte Alltagskultur treffen. Die rechten Einstellungspotentiale, besonders in den eher ländlich strukturierten Regionen Thüringens, sind nach wie vor gefährlich hoch“, so Ramelow.
Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN ruft zur Beteiligung an vielfältigen Aktionen gegen die Neonazi-Veranstaltung auf: „Gera ist bunt und nicht braun. Wir möchten alle ermutigen, am 10. Juli auf die Straße zu gehen, damit der braue Ungeist keinen Raum bekommt“, sagt Ramelow.
Nach Ansicht des LINKEN-Politikers wird ein breiter und erfolgreicher Protest gegen das Nazi-Konzert in Gera auch die demokratische Gegenkultur in Thüringen gegen Rechtsextremismus stärken und künftig weiter mobilisierend für Demokratie und gegen Rechtsextremismus wirken.

Donnerstag, 08. Juli 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

DIE LINKE kritisiert Umbau des Gesundheitssystems zum Gesundheitsmarkt

Angesichts der von Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler vorgelegten Eckpunkte einer Gesundheitsreform der schwarz-gelben Bundesregierung erklärt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Bei dieser Reform sind kaltschnäuzige Systemänderer am Werk. Während in der Bevölkerung das Bewusstsein wächst, dass der Sozialstaat auf einem gerechten Ausgleich basiert, verschiebt Schwarz-Gelb radikal die Achse zugunsten eines vorgeblich privatwirtschaftlichen Ausgleichs. Das geschieht, indem man das Krankenkassensystem immer weiter deformiert, statt das Gesundheitssystem in Gänze sozial gerecht zu reformieren.“

Durch diesen Radikalumbau gesetzlicher Krankenkassen könne „sich die private Versicherungswirtschaft die Hände reiben. Jeder, der über genügend Einkommen verfügt, wird im Zuge der Reform systematisch entlastet und ein solidarisches Sicherungssystem, das auf den Schulter aller aufbaut, wird demontiert. Damit begibt sich Schwarz-Gelb endgültig in Widerspruch zu den Bedürfnissen und Positionen der Mehrheit der Bevölkerung. Gut möglich, dass dies zum berühmten Tropfen wird, der das Fass zum Überlaufen bringt“, sagt der Spitzenpolitiker der LINKEN. Es sei davon auszugehen, dass dem Systemumbau im Gesundheitswesen nicht nur parlamentarisch Widerstand geleistet wird: „Wir stehen an der Seite derjenigen, die diesem asozialen Treiben der Bundesregierung Widerstand entgegen bringen“, erklärt Bodo Ramelow.
Schließlich setze die Bundesregierung „die Axt an die Wurzel des sozialen Rechtsstaats und die Klientelpartei FDP vollendet ihr neoliberales Machwerk, indem der Sozialstaat ausgehöhlt und zerstört wird“, sagt Ramelow abschließend.

Dienstag, 06. Juli 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Erst beleidigt, dann wütend

http://www.sueddeutsche.de/politik/bundespraesident-die-linke-erst-beleidigt-dann-wuetend-1.968438

SPD und Grüne keilen gegen die Linkspartei, weil die ihren Kandidaten Gauck verhindert hat. Die Linken reagieren wütend - selbst der pragmatische Linke Bodo Ramelow ist empört über die Vorwürfe.

Nachher ist man ja immer schlauer. Sollen wir nun Joachim Gauck mitwählen oder nicht, hat sich die Linke wohl vor der Abstimmung am Mittwoch gefragt. Können wir - gemeinsam mit SPD und Grünen - für eine Überraschung sorgen und die schwarz-gelbe Koalition noch tiefer in die Krise stürzen, indem wir Wulff verhindern? Indem wir dem Mann unsere Stimme geben, der doch so hart mit uns ins Gericht gegangen war in den Wochen vor der Wahl?

Alle Gedankenspiele waren am Ende ja doch vergebene Liebesmüh: Denn auch wenn die Linke im dritten Wahlgang der 14. Bundesversammlung geschlossen für Gauck gestimmt hätte: Es hätte immer noch nicht gereicht.

Aber so einfach ist die Sache nicht.

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Die Entscheidung der Linken, sich im dritten Wahlgang zu enthalten und Gauck die Stimmen zu verweigern, wird eben nicht als wenig bedeutsame Fußnote dieser Wahl in die Geschichte eingehen. Die Linke, so der kopfschüttelnde Kommentar von SPD und Grünen, habe gestern eine Chance vertan, auf die möglichen Koalitionspartner zuzugehen.

Die Partei sei noch immer in ihrer Vergangenheit gefangen und von einer Gestaltungskraft auf Bundesebene weit entfernt, sagte SPD-Parlamentsgeschäftsführer Thomas Oppermann. Die Entscheidung gegen eine “große Mehrheit der Bevölkerung kann ich nicht als Politikfähigkeit verstehen”, sagte Grünen-Chefin Claudia Roth. Ko-Chef Cem Özdemir erklärt im Video-Interview mit sueddeutsche.de: “Die Linke hat eine Chance verpasst”.

Davon wollen die Linken aber nichts hören. Wenn sie in den vergangenen Wochen latent beleidigt geklungen hatten, weil SPD und Grüne keinerlei Gespräch über einen gemeinsamen Kandidaten der Opposition gesucht hatten, so klingen sie am Tag nach der Wahl - und nach den Anschuldigungen - nur noch wütend.

“Erst stellen sie einen Kandidaten auf, der mit uns überhaupt nicht besprochen ist, und dann meinen sie, dass wir über das hingehaltene Stöckchen springen”, zürnt selbst der gemäßigte Linken-Politiker Bodo Ramelow im Gespräch mit sueddeutsche.de. Der Fraktionschef im Thüringer Landtag hielt die Bundespräsidentenwahl schlicht für nicht geeignet, die Annäherung an SPD und Grünen voranzutreiben. Das liegt nicht nur daran, wie Sozialdemokraten und Grüne den Kandidaten Gauck bestimmt haben, nämlich ohne ein Wort mit der dritten Oppositonspartei im Bundestag zu sprechen. Sondern das liegt auch an dem Kandidaten selbst.
Die Annäherung bleibt notwendig

Gauck habe immer gesagt, dass er kein Parteienvertreter sein wolle. “Die Linke aber hat er als überflüssige und reaktionäre Partei bezeichnet, die nicht im europäischen Haus der Demokratie angekommen sei. Wie ich das jedem dritten Wähler in Thüringen erklären soll, bleibt das Geheimnis von Herrn Gauck”, sagt Ramelow. Vor drei Wochen, da hätte er sich Gespräche gewünscht. “Dann wäre ich gespannt gewesen, ob meine Delegation in geheimer Abstimmung einen gemeinsamen Kandidaten getragen hätte. Das wäre der Tauglichkeitstest meiner Partei gewesen.” Aber diese Gespräche hätten ja erst zwischen zweitem und dritten Wahlgang stattgefunden. Zu spät.

Im linken Lager also nichts Neues? Hat sich die Linke mit ihrem Abstimmungsverhalten nun vollends der Oppositionsrolle verschrieben, wie manche in der SPD und bei den Grünen urteilen? Ramelow relativiert. Die Enthaltung im dritten Wahlgang sei keine Absage an die SPD in Gänze gewesen. Die Annäherung an die SPD ist für ihn lediglich verschoben.

Wenn man die polternden Kommentare mancher Linken-Politiker für einen Moment ausblendet, wird auch deutlich: In der Partei hat es während der Bundesversammlung auch mächtig rumort. Die Beratungen der Linken-Delegation zwischen zweitem und drittem Wahlgang haben von allen am längsten gedauert. “Es gab auch Vertreter, die gesagt haben, man müsse auch das Projekt Rot-Rot oder Rot-Rot-Grün im Blick haben”, sagt Ramelow. “Die Notwendigkeit einer Annäherung hat sich gestern deutlich gezeigt.”

SPD und Grüne haben mit der Bundespräsidentenwahl und ihrem Kandidaten Gauck aber offensichtlich den falschen Ort und den falschen Mann dafür auserkoren.

Freitag, 02. Juli 2010
Schlüsselwörter: Presseartikel

Legendenbildung kann über Niederlage der schwarz-gelben Regierung nicht hinwegtäuschen

Zum Ausgang der Wahl des Bundespräsidenten erklärt der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag, Bodo Ramelow, der zur Gruppe der vom Thüringer Landtag gewählten Wahlmänner und Wahlfrauen in der Bundesversammlung gehört: „Unsere Kandidatin hat trotz aller Unkenrufe bewiesen, dass ihre Bewerbung um das höchste Staatsamt richtig und wichtig war. Sie hat als einzige die Themenfelder Friedenspolitik und soziale Balance besetzt und war nicht zuletzt auch die einzige KandidatIN.“ Frau Jochimsen sei „die wirkliche Alternative bei dieser Wahl“ gewesen. Sowohl Herr Wulff als auch Herr Gauck hätten „auf die Militarisierung der Außenpolitik und die sozialen Zerwürfnisse eindeutig die falschen Antworten gefunden“.

Dass sie die richtige Alternative war, zeige schon, dass Frau Jochimsen im ersten Wahlgang über die Delegation der LINKEN hinaus Stimmen erhalten habe. Dementgegen hätte der Kandidat der Union nicht einmal aus den eigenen Reihen alle Wahlleute hinter sich gehabt. „Man hätte vorher miteinander reden müssen und nicht hinterher. Jetzt die Realität durch nicht aufgehende Rechenspielchen auszublenden, ist absurd“, sagt der Vorsitzende der größten Oppositionsfraktion im Landtag.

Als „parteipolitische Machtspiele“ bewertet Ramelow die von der SPD und den Grünen betriebene ideologische Aufrüstung gestern und heute vor und hinter den Kulissen. „Das Addieren der Stimmen für Frau Jochimsen und Herrn Gauck aus dem ersten Wahlgang ist eine Milchmädchenrechnung, denn es werden Gegensätze zusammengerechnet, die nicht zusammenpassen. Fakt ist, dass selbst mit allen Stimmen der LINKEN keine Mehrheit für Herrn Gauck dagewesen wäre. Da nützt es auch nichts, jetzt an Legenden zu stricken.“

Die Zitterpartie bei der Bundespräsidentenwahl für den eigenen Kandidaten von Schwarz-Gelb mache deutlich, dass Kanzlerin Merkel nach der Wahl zutiefst beschädigt ist. „Es wäre folgerichtig, die Vertrauensfrage zu stellen.“

Donnerstag, 01. Juli 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Vor allem eine Koalition des Weiterso

Wenn Frau Lieberknecht heute die Arbeit der schwarz-roten Landesregierung gelobt und von einer „Koalition der Ermöglicher und nicht der Verhinderer“ gesprochen habe, so müsse hinzugefügt werden, dass es „vor allem eine Koalition des Weiterso ist“, sagt Bodo Ramelow mit Blick insbesondere auf die Haushaltspolitik der CDU-SPD-Landesregierung.

Seit Wochen fabulierten die Ministerpräsidentin und ihr Stellvertreter von einem „intensiven Gesprächsbedarf“, aber auch die letzte Kabinettssitzung vor der Sommerpause sei offenbar ausgegangen wie das Hornberger Schießen, so Ramelow, der von einem „haushalterischen Offenbarungseid“ spricht. Wo eigentlich Veränderung und Zukunftspolitik sein sollten, werde die „Manifestation des Stillstands“ gegeben.

Erneut zeige sich, dass da „zusammenwirkt, was nicht zusammen gehört und sich deshalb neutralisiert“, betont der Oppositionsführer. Jedenfalls seien, „entgegen aller selbst erklärten Erfolgsbilanz, die großen Linien einer Landesregierung nicht erkennbar“.

„Die Richtlinienkompetenz, die die SPD uns gegenüber immer ins Feld geführt hat, wurde der Ausbeute an Ämtern mit SPD-Parteibuch geopfert“, sagt Ramelow. „Statt eines Politikwechsels, der Thüringen und seine Menschen voranbringt, gibt es nur einen ungedeckten Wechsel auf die Zukunft.“ Dieser allerdings werde das Land noch teuer zu stehen kommen, so der Fraktionschef der LINKEN abschließend.

Dienstag, 29. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

DIE LINKE fordert: Ende der Stümperei bei Verbraucherschutz!

Angesichts der Kritik an der Verbraucherschutzpolitik der Thüringer Landesregierung und der Reaktion der zuständigen Sozialministerin erklärt Bodo Ramelow, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE im Thüringer Landtag: „Diese katastrophal schlechte Bewertung ist selbstredend und ein Tadel sonder Gleichen. Offensichtlich arbeitet im Bereich Verbraucherschutz das schwarz-rote Kabinett genau so schlecht weiter, wie die Vorgängerregierung aufgehört hat.“

„Anstatt ernsthaft Schwächen anzugehen und den Verbraucherschutz maßgeblich zu verbessern, will man diejenigen boykottieren, die Tacheles reden. Die Landesregierung verfährt offenkundig nach dem Motto: Nur genehme Gutachten sind gute Gutachten.“

Wenn es denn alles nur Kinkerlitzchen wären, die die Ministerin hier zum Anlass nimmt, einen Boykott anzumahnen, hätten die Schwachstellen schon längst behoben werden müssen.

Dass auch nach der heute festgestellten Stümperei die Landesregierung kein Konzept zur Verbesserung des Verbraucherschutzes vorgelegt hat, sei eine weiterer Beleg für diese planlose Regierungsmannschaft: „Hier stolpert immer noch zusammen, was nicht zusammen gehört. Diese Regierung hat einfach keinen inneren Guss“, sagt Ramelow abschließend.

Dienstag, 29. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Neues Landesbüro ist wichtiger Beitrag zum Ausbau direkter Demokratie in Thüringen

Als „wichtigen Beitrag zur Stärkung der direkten Demokratie in Thüringen, insbesondere jedoch zur Verwirklichung direkter Demokratie in den Kommunen“, begrüßt Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE, die Einrichtung des neuen Landesbüros von Mehr Demokratie in Erfurt. Die Bürgerbegehrensberatung, die der Thüringer Landesverband von Mehr Demokratie nach dem Vorbild des bayrischen Landesverbandes nun in Sachen kommunaler direkter Demokratie engagierten Bürgern anbietet, sorge dafür, „dass die durch das Volksbegehren durchgesetzte Reform in der Praxis mit Leben erfüllt wird“, unterstreicht Ramelow.

Mehr Demokratie Thüringen helfe so engagierten Menschen in ihren Aktivitäten für mehr Bürgermitbestimmung und leiste einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen Politik- und Demokratieverdrossenheit. Gerade auch der neue Thüringen-Monitor zeige, dass Menschen von einer funktionierenden Demokratie erwarteten, dass die Bürger als „mündige und selbstbestimmte gesellschaftliche Akteure mit eigenen Gestaltungsrechten ernst genommen werden wollen“, so der Vorsitzende der stärksten Oppositionsfraktion im Landtag. Eine kompetente Beratung bei Bürgerbegehren bzw. Bürgerentscheiden und Einwohneranträgen auf kommunaler Ebene trage nicht nur dazu bei, die Politik in den Kommunen vor Ort lebendiger zu gestalten. Eine solche Bürgerbegehrensberatung könne auch etwaige praktische Schwächen in den bestehenden rechtlichen Regelungen und deren Anwendung aufdecken. „Eine solche Beratungsarbeit durch das Landesbüro von Mehr Demokratie kann damit auch bei der Weiterentwicklung der gesetzlichen Grundlagen direkter Demokratie in Thüringen wertvolle Dienste leisten“, betont der Fraktionsvorsitzende der LINKEN, der dem neuen Landesbüro „viel Zuspruch durch engagierte Bürgerinnen und Bürger und viel Erfolg in seiner zukünftigen Arbeit“ wünscht. Abschließend unterstreicht Ramelow, „dass die Fraktion DIE LINKE dem Thüringer Landesverband von Mehr Demokratie e.V. und dem Bündnis für Mehr Demokratie in Thüringen für solche praktische Verbesserungsarbeit an der direkten Demokratie in Thüringen auch weiterhin als parlamentarischer Arm im Landtag zur Verfügung stehen wird“.

Dienstag, 29. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Klares Zeichen gegen brauen Ungeist gesetzt

Dass es heute in Kirchheim (Ilm-Kreis) gelang, „gemeinsam ein klares Zeichen gegen brauen Ungeist zu setzen und sich genügend Menschen versammelten, um gegen den NPD-Parteitag in der brauen Erlebnisscheune zu protestieren und zu demonstrieren, ist Ermutigung für bürgerengagiertes und couragiertes Handeln gegen Rechtsextremismus und neonazistischen Ungeist“, so Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Thüringer Landtag, der selbst mit vor Ort war.

„Wir haben alle zusammen - Alte und Junge, Kirchheimer Bürgerbündnis und Vertreter der Kirchgemeinde, engagierte Menschen aus der Region, aber auch aus Weimar, Jena, Gera und Pößneck – unmissverständlich erklärt: Nazis haben hier und anderswo nichts zu suchen, ihre perfide menschenverachtende Ideologie gehört auf den Müllhaufen der Geschichte, die NPD muss endlich verboten werden“, so Ramelow weiter.

Mit Blick auf nächste Neonazi-Veranstaltungen, wie am 10. Juli in Gera, betonte der LINKEN Politiker, dass „entschlossener, friedlicher und bunter Bürgerwiderstand sich all jenen in den Weg stellen wird, die nur Hass, Angst und Gewalt schüren wollen“.

„Dass es der falsche Weg ist, wenn Bürger schweigen und glauben, der braune Spuk gehe schon vorbei, hat heute das Kirchheimer Bündnis zusammen mit anderen aktiven Bürgern eindrucksvoll klar gemacht“, so Ramelow abschließend.

Sonntag, 27. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

DIE LINKE unterstützt Proteste gegen NPD-Parteitag in „brauner Erlebnisscheune“

Die Fraktion DIE LINKE ruft zur Unterstützung der Aktivitäten gegen den morgigen NPD-Landesparteitag in der als rechtsextremer Veranstaltungsort inzwischen bundesweit bekannten „Erlebnisscheune“ in Kirchheim (Ilm-Kreis) auf: „Gemeinsam mit dem Bündnis vor Ort werden wir deutlich machen, dass wir uns sowohl gegen die neonazistische NPD als auch gegen die Etablierung eines rechtsextremen Zentrums in Kirchheim engagieren“, sagt Bodo Ramelow, Fraktionsvorsitzender der LINKEN im Thüringer Landtag. 

Zivilgesellschaftliches Engagement und Aufklärungsarbeit haben den Einzug der NPD in den Thüringer Landtag und zuletzt einen Aufmarsch der Neonazis in Erfurt verhindert. „Wir dürfen nun keine Entwarnung geben“, betont Ramelow. „Nun muss es darum gehen, die Etablierung der NPD im Alltag – wie mit scheinbar unantastbaren rechtsextremen Treffpunkten á la ‚Erlebnisscheune’ – zu durchkreuzen.”

Bodo Ramelow unterstützt den Protest des örtlichen Bündnisses gegen Rechts und erklärt: „Den Engagierten in Kirchheim gilt unser Dank. In einem kleinen Ort so massiv und kontinuierlich als Bündnis Flagge zu zeigen“, sei eine ganz besondere Leistung. „In Kirchheim funktioniert der Schulterschluss gegen Neonazis in beispielgebender Weise und ich wünsche den Aktiven weiterhin so viel Ausdauer und Mut.

Der Fraktionschef der LINKEN hofft auf breite Unterstützung der Proteste, schließlich seien die „braune Erlebnisscheune“ und die NPD Thüringen kein lokales Problem. „Mehr als zwei Dutzend rechtsextreme Veranstaltungen in Kirchheim müssen uns deutliches Signal sein, dass wir alle gefordert sind, an der Seite des couragierten Bürgerbündnisses in Kirchheim zu stehen“, sagt Ramelow abschließend.

Freitag, 25. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung

Zerschlagung der Tarifeinheit – Gesetzgeber muss zum Schutz der Arbeitnehmer handeln

Das heutige Urteil des Bundesarbeitsgerichts (BAG) in Erfurt zur Aufhebung des Grundsatzes der Tarifeinheit ist nach Ansicht Bodo Ramelows, Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE, „ein Wink mit dem Zaunpfahl an den Gesetzgeber“. Dieser müsse durch Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns und durch Novellierung arbeitsrechtlicher Vorschriften dem Grundsatz der Tarifeinheit wieder Geltung zu verschaffen. 

Leider habe es die reale Entwicklung dem BAG leichter gemacht, eine solche Entscheidung zu fällen. Die Entwicklung der „Gewerkschaftslandschaft“ in Deutschland in den letzten Jahren und die Verhandlungspolitik der Gewerkschaften selbst hätten dieser Zersplitterung Vorschub geleistet. Es seien die Gewerkschaften selbst gewesen, die innerhalb des Flächentarifs Abweichungen und Ausnahmen mit ausgehandelt haben. „Die Gewerkschaften müssen ihre Politik und Strategie der letzten Jahre überdenken“, sagt Ramelow.

Gesetzliche Änderungen seien auch deshalb notwendig, um innerbetriebliche Konkurrenz zulasten der Arbeitnehmer zu verhindern. „Mehrere Tarifverträge zuzulassen, bedeutet auch, dass höhere Standards eines Tarifvertrags durch niedrigere Standards eines anderen Tarifvertrags in ein und demselben Betrieb unterlaufen werden. Das ist mit Blick auf den Gleichheitsgrundsatz nicht hinnehmbar. Es muss gelten: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit”, betont Ramelow.

Das Urteil ist nach Ansicht des LINKE-Fraktionsvorsitzenden ein „lautes Signal, dass in Deutschland ein gesetzlicher Mindestlohn, so wie in vielen europäischen Ländern, endlich kommen muss“.

Mittwoch, 23. Juni 2010
Schlüsselwörter:

Streit um Mohrings Deutschland-Krawatte eskaliert

ddp

Erfurt (ddp). Der Streit um die schwarz-rot-goldene Krawatte von Thüringens CDU-Fraktionschef Mike Mohring eskaliert. Linke-Fraktionschef Bodo Ramelow schlug Mohring am Mittwoch vor, «vorgetäuschte Farbenfreude» einfach wegzulassen und in Zukunft «einen unibraunen Binder» zu tragen. Mohring hatte kürzlich in einer Landtagssitzung eine Krawatte in den Nationalfarben umgebunden. Ramelow kritisierte damals, dass Mohring mit dem «Fanartikel» die Würde des Parlaments verletze.

Der CDU-Politiker verteidigte nun seine Bekleidung in der rechtsgerichteten Wochenzeitung «Junge Freiheit». Nationale Symbole dürften nicht mit bloßen Fanartikeln verglichen werden, sagte er der Zeitschrift. Ramelow habe offensichtlich nicht begriffen, dass sich die Deutschen mit ihrem Land identifizieren wollten. «Und je unverkrampfter und fröhlicher sie dies können, desto besser ist es für den Zusammenhalt und den Gemeinsinn in unserem Land», fügte Mohring hinzu.

Ramelow konterte: «Wer als Fraktionsvorsitzender der Thüringer CDU der ‘Jungen Freiheit’ Interviews zum Patriotismus und zu nationalen Symbolen gibt, der will damit ganz klar Zeichen nach Rechts setzen.» Damit werde auch deutlich klar, warum «Störfeuer» gegen ein Landesprogramm gegen Rechtsextremismus immer aus der CDU-Fraktion kämen.

Mohring hatte bereits Anfang des Jahres in der «Jungen Freiheit» mehr Nationalstolz gefordert und damit heftige Kritik auf sich gezogen. Vor zwei Jahren war die Berufung des CDU-Politikers Peter Krause zum Thüringer Kultusminister gescheitert, weil er einst für
das Blatt gearbeitet hatte. 

Mittwoch, 23. Juni 2010
Schlüsselwörter: Presseartikel

Herr Mohring sollte in Zukunft einen unibraunen Binder tragen

Mit Empörung reagiert Bodo Ramelow auf neueste Äußerungen von Mike Mohring gegenüber der rechtspopulistischen Jungen Freiheit. Der Fraktionsvorsitzende der LINKEN bezeichnet Mohrings Auslassungen als „bewusstes Fischen am braunen Rand der Gesellschaft“.

„Wer als Fraktionsvorsitzender der Thüringer CDU der Jungen Freiheit Interviews zum Patriotismus und zu nationalen Symbolen gibt, der will damit ganz klar Zeichen nach Rechts setzen und nimmt zugleich sämtliche gesellschaftlich gefährlichen Konsequenzen in Kauf“, so Ramelow weiter. Er betont, dass damit auch deutlich werde, „warum dieses Störfeuer gegen ein Landesprogramm mit klarer Zielstellung gegen Rechtsextremismus und Rassismus immer aus der CDU-Fraktion kommt“.

Wer allerdings als Fraktionschef bei der Regierungserklärung der Ministerpräsidentin eine halbe Stunde lang sein Desinteresse durch Abwesenheit zeige und dann nach dem verspäteten Erscheinen die Rede des Oppositionsführers durch Zwischenrufe versuche zu stören, könne sich zwar des Applauses vom rechten Rand erfreuen, aber er habe damit eben „auch seine Abneigung gegen die Parlamentsdebatte zum Thüringen Monitor gezeigt, bei dem es ja gerade um Einstellungen in der Bevölkerung zum Rechtsextremismus ging“, betont der LINKEN-Politiker.

Dazu passten allerdings auch die unwürdigen Verunglimpfungen, mit denen sich am gleichen Tag im Plenum zwei CDU-Landtagsabgeordnete gegenüber der Fraktion B90/ Die Grünen hervortaten. „Das beredte Schweigen des Fraktionsvorsitzenden Mohring zum skandalösen Verhalten der Herrn Heym und Fiedler zeigt seine
Schwierigkeit mit der Würde des Hauses umzugehen.“ Im Übrigen, so Ramelow abschließend, solle Herr Mohring die vorgetäuschte Farbenfreude einfach weglassen und in Zukunft einen unibraunen Binder tragen.

Mittwoch, 23. Juni 2010
Schlüsselwörter: Pressemitteilung
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